02.03.2018

Ankündigung

Tagung „Nationale Variation in der deutschen Rechtsterminologie"

Vom 12. Oktober 2018 bis zum 13. Oktober 2018 findet die zweite Tagung zur  Rechtsterminologie des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Eupen (B) statt.

Bei der Tagung „Drei Sprachen - ein Recht. Terminologie als Faktor der Rechtssicherheit in Belgien“ im Juni 2012, stand die Problematik der Entwicklung und praktischen Anwendung einer eigenständigen deutschen Rechtsterminologie für Belgien im Mittelpunkt.

Diesmal soll die Tagung eine internationale Ausrichtung haben. Schließlich gibt es nicht nur eine deutsche Rechtssprache, sondern so viele, wie es deutschsprachige Rechtssysteme gibt:

 „Das Recht [lebt] einzig und allein durch die (jeweilige) Sprache[,] [d]er juristische Fachwortschatz ist daher immer an eine bestimmte Rechtsordnung gebunden, die sich im Laufe eines historischen Prozesses entwickelt hat und sich von den übrigen Rechtsordnungen unterscheidet.“ Arntz, Reiner/Picht, Heribert Meyer, Felix, 2004

Neben den Rechtssprachen der verschiedenen Länder, in denen Deutsch nationale oder regionale Amtssprache ist, gibt es zudem noch die deutsche Rechtssprache der europäischen Union.

Ziel

Die Tagung hat zum Ziel, eine Plattform für einen Querschnitt durch die Problematik der nationalen Variation in der deutschen Rechtsterminologie zu bieten, der sowohl für Übersetzer und Dolmetscher als auch Juristen sowie für Rechts- und Sprachwissenschaftler von Interesse ist.

Um Anmeldung bis zum 15.09. wird gebeten, maximal 150 Teilnehmer.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Tagungsort: Seminarzentrum Kloster Heidberg, Bahnhofstraße 4 in 4700 Eupen, Belgien.

Übernachtungsmöglichkeiten für Tagungszuhörer sind vorhanden. Im Downloadbereich finden Sie weiterführende Infos.

Tagungsprogramm

Freitag, 12.10.2018

  • 12:00: Willkommenskaffee mit Brötchen
  • 12:45: Grußwort der Ministerin
  • 13:00: Der rechtliche Rahmen macht's möglich? Variation in der deutschen Rechtsterminologie innerhalb und außerhalb Belgiens aus der Sicht eines Juristen
    Andy Jousten, Assistent an der Fakultät für Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft und Kriminologie der ULiège
  • 13:40: „Sich einlassen“, „regelmäßig“, „billig“, „fremd“ – aus der Umgangssprache vertraute Wörter mit anderer Bedeutung in der Rechtsterminologie
    Dr. Isabelle E. Thormann, Sprachwissenschaftlerin, ö.b.u.v Sachverständige für Sprachgutachten, Lehrbeauftragte an der TU Braunschweig für Rechtssprache und Forensische Linguistik
  • 14:20: Kaffeepause
  • 14:50: Sektion Terminologie der schweizerischen Bundeskanzlei: Erarbeiten der schweizerischen Rechtsterminologie in den vier Landessprachen und Englisch
    Madeleine Aviolat, Terminologin bei der Sektion Terminologie der schweizerischen Bundeskanzlei
  • 15:30: Zur Bildung der Rechtsterminologie im Luxemburger Standarddeutsch
    Prof. Dr. Heinz Sieburg, Institut für deutsche Sprache, Literatur und für Interkulturalität der Universität Luxemburg
  • 16:10: Aus der Vergangenheit lernen: Entwicklung der deutschen Rechtsterminologie in Südtirol
    Dr. Elena Chiocchetti, Institut für Angewandte Sprachforschung von Eurac Research
  • 16:50: Ende

Samstag, 13.10.2018

  • 9:00: Willkommenkaffee
  • 9:30: Begrüßung
  • 9:40: Österreichische und deutsche Rechtsterminologie - Typische Unterschiede und Probleme ihrer Beschreibung
    Dr. Rudolf Muhr, Leiter der Forschungsstelle Österreichisches Deutsch, Universität Graz
  • 10:20: Nationale Varianten in abgestimmten deutschen Übersetzungen multilateraler Übereinkommen
    Dr. Alfred Zangger, Gesetzesredaktor/Übersetzer bei der Sektion Deutsch der schweizerischen Bundeskanzlei
  • 11:00: Kaffeepause
  • 11:30: Österreichische Rechtssprache zwischen Divergenz und Konvergenz
    Dr. Günther Schefbeck, Leiter der Stabsstelle „Parlamentarismusforschung“ der Parlamentsdirektion, Wien
  • 12:10: EU-Lebensmittelpolitik: Deutsch- und englischsprachige Texte im Vergleich
    Dr. Valentina Crestani, Università degli Studi di Milano, Dipartimento di Lingue e Letterature Straniere, Mailand
  • 12:50: End eund Umtrunk

Moderation: Prof. Dr. Robert Queck, Juristische Fakultät der Universität Namur